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Die Raumgesundheit |
Freiburger Studie: Aggressionen und Beleidigungen von Schülern belasten Lehrer in ihrem Beruf am meisten Zwar ist die Frühverrentungs-Quote für Lehrer/innen, die in den 90er Jahren einmal bei 50 Prozent lag, jetzt zurück gegangen auf etwa 30 Prozent. Gleichwohl liegt sie damit immer noch erheblich über den Werten für andere Berufsgruppen und dokumentiert ein hohes Maß an psychischen und physischen Belastungen im Lehrerberuf. Auch andere Studien haben schon festgestellt, dass Lehrer ein Stress-Beruf ist. Mediziner der Freiburger Universitätsklinik haben jetzt aber erstmals analysiert, welche Faktoren es eigentlich sind, die schulische Lehrkräfte krank machen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden jetzt online vorab veröffentlicht in der Zeitschrift "International Archives of Occupational and Environmental Health". Die Freiburger Mediziner analysierten auch, welche Faktoren einen protektiven Effekt auf die Lehrergesundheit haben. Hier zeigte sich: Vor allem positive Rückmeldungen von Schülern oder Eltern, aber auch die gegenseitige Unterstützung, die sich Lehrkräfte innerhalb des Kollegiums einer Schule geben, sind von Bedeutung. Weibliche Lehrkräfte bleiben vor allem dann gesund, wenn das Klima im Kollegium gut ist, männliche Lehrkräfte profitieren vor allem davon, dass sie vonseiten ihrer Schulleitung Unterstützung erleben. Der Studienleiter Joachim Bauer kritisierte, dass alle derzeit von einigen Kultusministerien durchgeführte Untersuchungen zur gesundheitlichen Situation von Lehrerinnen und Lehrern das Thema der im Unterricht erlebten Aggressivität und Gewalt ausklammern. "Alle Standard-Fragebögen, mit denen derzeit an vielen Orten die gesundheitlichen Belastungen im Lehrerberuf erfasst werden, machen um das Thema eine große Kurve", so Bauer. "Unsere Untersuchung zeigt, dass Initiativen in Sachen Lehrergesundheit, die das Aggressions- und Gewaltpotenzial an Schulen nicht berücksichtigen, den wichtigsten Punkt außer Acht lassen, der Lehrer krank macht". |